Castillo de Santa Barbara im Lanzarote-Lexikon

Das Castillo de Santa Barbara ist auch unter dem Namen Castillo de Guanapay bekannt und befindet sich in der Stadt Teguise. Die Festung befindet sich 135 Meter über der Stadt auf dem Vulkan Gunanapay und gleicht einer Ritterburg. Es gibt es Zugbrücke und kleine Rundtürme und man fühlt sich ein wenig in ein mittelalterliches Märchen versetzt, wenn man sich hier aufhält.

Auf dem Vulkan Guanapay wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts das Fort Huanapay errichtet. Im 16. Jahrhundert dann erbaute man auf den Resten des Forts die Festung Sancho de Herrera. So sollte damals die Bevölkerung von den Überfällen der Piraten geschützt werden. Im Jahre 1586 kam es dennoch zu einer Belagerung durch Piraten, die große Schäden hinterließ. Dann wurde Leonardo Torriani von der spanischen Krone mit der Rekonstruktion der Festung beauftragt. Seit dem Jahre 1596 hat diese nun ihre heutige Struktur, wobei im 17. Jahrhundert ein Ausbau erfolgte, der sich aber an den einstigen Planen von Torriani orientierte und nur die Struktur der Festung stärkte.

Bis heute kann man in der Caldera des Vulkans Reste einer Zisterne sehen, die aus dem 18. Jahrhundert stammt. Nachdem die Festung umgebaut und sicher war, stellte sie weiterhin einen Schutz der Bevölkerung gegen Piratenangriffe dar. Sie befindet sich auf einem strategisch vorteilhaften Standort, denn man kann von hier aus bis zur West- und Ostküste Lanzarotes, zur Inselhauptstadt, zum Timanfaya-Natuionalpark im Süden und zur Insel La Graciosa im Norden blicken. Und doch fiel die Festung mehrfach in die Hände von Piraten und wurde zerstört.

Nach einer zweijährigen Renovierung befindet sich seit 1991 im Castillo de Santa Barbara ein Emigrantenmuseum, das Museo del Emigrante Canario. Es wurde nach Unterlagen der Gemeindearchive und ehemaliger Auswanderer eingerichtet. Besichtigen kann man in dem Museum Fotos, Stiche, grafische Darstellungen, Originalkarten, Briefe und Habseligkeiten der Auswanderer. Auch Nachbildungen der Emigranten-Schiffe von den 250 Familien, die um 1880 wegen einer Dürrekatastrophe nach Kuba, Venezuela, Florida und Argentinien ausgewandert sind, kann man hier bestaunen.

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Text (c) 2017: C. H.

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